Michi und Wolfgang verlassen uns nach Hause. Wir pausieren 2
Tage in Vancouver und auf der Fahrt in den Nordosten. Wir kommen in ein altes
Goldgräberdorf. Seine Glanzzeiten sind schon längst vorbei, leerstehende Häuser
und abgetakelte Gerätschaften. Die Hauptmine ist noch in Betrieb. Weiter hinten
im Tal könnte man fast glauben , dass eine Naturkatastrophe ein Minenfeld
hinterlassen hat, nur ist das nichts anderes als die Hinterlassenschaft der Pioniere der Goldschürferei von vor 100
Jahren, wofür sich keiner zuständig fühlt, geschweige denn darüber nachdenkt
das Gerümpel zu entsorgen. Im Hurleycanyon, weit unterhalb der Straße tief
eingeschnitten in die Landschaft, stoßen wir auf Hinterlassenschaften des
Goldrausches, in Form von großen Industriegerätschaften und Wasserleitungen.
Wir haben eine gute Zeit und springen beeindruckende Wasserfälle bis wir zu
einer extrem anstrengenden Portage kommen. Wir müssen gute 100 bis 200
Höhenmeter raus aus dem Canyon, um eine einzige für uns zu harte Stelle zu
übertragen. Beim Abseilen zurück hinein passiert ein nicht unbeträchtliches Unglück.
Wir teilen die Strecke entlang einer langen Geröllhalde. Während ich bereits
unten ein Boot nach dem anderen in Empfang nehme, sichert Rok in der Mitte die
Abseilstrecke. Beim Hantieren bricht jedoch unter ihm ein morscher Stamm und
sein Bein gerät, während sein Körper nach unten gleitet, in einen Spalt. Nach
seinem kurzen Aufschrei könnte man schon meinen, jetzt ist es aus und wir
brauchen Luftunterstützung. Es gelingt
ihm jedoch selbständig ab zu steigen und trotz starker Schmerzen im Knie weiter
zu fahren. Seine Reise war aber mit dem Sturz beendet. Darin und er befinden
sich am nächsten Tag bereits auf Heimreise.
Die Rumpfmannschaft von Marco und mir begibt sich zurück
nach Whistler. Mein Reisegefährte ist nun ein äußerst schweigsamer, aber gutmütiger,
wie wir ihn bezeichnen „fake italian“, weil er sich als alles andere, als ein
wie Italiener gebärdet, kein Cafe, kein Sprechen ohne Armeinsatz und extrem
wortkarg. Bis zu meinem Abflug tun wir uns mit französischen Kanadiern zusammen
und paddeln noch die ausstehenden Flüsse um Whistler. Meine Liste hab ich
abgearbeitet. Mission accomplished.
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