Freitag, 29. August 2014

Autsch



Michi und Wolfgang verlassen uns nach Hause. Wir pausieren 2 Tage in Vancouver und auf der Fahrt in den Nordosten. Wir kommen in ein altes Goldgräberdorf. Seine Glanzzeiten sind schon längst vorbei, leerstehende Häuser und abgetakelte Gerätschaften. Die Hauptmine ist noch in Betrieb. Weiter hinten im Tal könnte man fast glauben , dass eine Naturkatastrophe ein Minenfeld hinterlassen hat, nur ist das nichts anderes als die Hinterlassenschaft  der Pioniere der Goldschürferei von vor 100 Jahren, wofür sich keiner zuständig fühlt, geschweige denn darüber nachdenkt das Gerümpel zu entsorgen. Im Hurleycanyon, weit unterhalb der Straße tief eingeschnitten in die Landschaft, stoßen wir auf Hinterlassenschaften des Goldrausches, in Form von großen Industriegerätschaften und Wasserleitungen. Wir haben eine gute Zeit und springen beeindruckende Wasserfälle bis wir zu einer extrem anstrengenden Portage kommen. Wir müssen gute 100 bis 200 Höhenmeter raus aus dem Canyon, um eine einzige für uns zu harte Stelle zu übertragen. Beim Abseilen zurück hinein passiert ein nicht unbeträchtliches Unglück. Wir teilen die Strecke entlang einer langen Geröllhalde. Während ich bereits unten ein Boot nach dem anderen in Empfang nehme, sichert Rok in der Mitte die Abseilstrecke. Beim Hantieren bricht jedoch unter ihm ein morscher Stamm und sein Bein gerät, während sein Körper nach unten gleitet, in einen Spalt. Nach seinem kurzen Aufschrei könnte man schon meinen, jetzt ist es aus und wir brauchen Luftunterstützung.  Es gelingt ihm jedoch selbständig ab zu steigen und trotz starker Schmerzen im Knie weiter zu fahren. Seine Reise war aber mit dem Sturz beendet. Darin und er befinden sich am nächsten Tag bereits auf Heimreise.
Die Rumpfmannschaft von Marco und mir begibt sich zurück nach Whistler. Mein Reisegefährte ist nun ein äußerst schweigsamer, aber gutmütiger, wie wir ihn bezeichnen „fake italian“, weil er sich als alles andere, als ein wie Italiener gebärdet, kein Cafe, kein Sprechen ohne Armeinsatz und extrem wortkarg. Bis zu meinem Abflug tun wir uns mit französischen Kanadiern zusammen und paddeln noch die ausstehenden Flüsse um Whistler. Meine Liste hab ich abgearbeitet. Mission accomplished.

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