Freitag, 29. August 2014

Nix außer nix



Einen 2 Tagesritt machen wir noch am Clendinning, einem Gletscherfluss im hintersten Winkel des gleichnamigen Nationalparks zu dem man ausschließlich nur mit dem Wasserflugzeug gelangt, das am Karsee eines Gletschers landen kann. Da ist echt nur Natur, nix, kein trail oder sonst was, eigentlich echt super. Der Flug dahin ist schon Abenteuer genug. So fliegen wir an überhängenden Gletschern und einem erloschenen Vulkan vorbei, bis wir ins Tal unserer Reise einschwenken, wo wir sofort erkennen, um was es sich die nächsten 2 Tage handeln wird. Wir haben fett Wasser. Da lassen die ersten Rapids nicht lange auf sich warten. Wildwasser 5+ und kein Zentimeter breit Platz Fehler zu machen, ließe uns wenigstens der Fluss kurz Zeit zu verschnaufen. Read and ride ist jene Fähigkeit, die hier besonders gefragt ist, um rechtzeitig zu reagieren und nicht in Probleme zu geraten. Es geht aber alles gut, bis auf gerade mal 20 Meter Portage kann man alles fahren. Das richtig Spannende ereignet sich aber abseits im Nachtcamp auf einer Insel, auf der wir uns halbwegs sicher vor Bären fühlen.
Wir hängen da mal so ab und der Himmel zieht zu. Die Wolken werden dunkler und ich denke mir, meine zum Trocknen aufgehängten Sachen abzunehmen, bevor es zu Regen anfangen könnte. Unsere Zelte sind aufgebaut und wir haben uns noch nicht aufgerafft ein Feuer zu entfachen, als das Unglaubliche passiert.
Ein Sturm aus dem Nichts fegt nach einem gewaltigen Blitz und folgendem Donner durchs Tal und über unsere Zelte hinweg. Es fliegt alles durch die Luft. Zwei unserer Zelte können wir gerade noch fixieren, das Dritte fliegt in hohem Bogen mit samt der Unterlegmatten und Schlafsäcken auf und davon. Da hilft auch die Befestigung durch Karabiner nichts. Eine Rettungsaktion ist nur wenig erfolgreich und fördert gerade mal noch Schlafsäcke und Matten zu Tage, das Zelt ist zerschlissen und unter einen Baum getrieben. Eine Daunenjacke werden wir erst tags darauf flussab bergen. Es regnet für drei Stunden unaufhörlich bei schwerem Gewitter und wir schaffen es, das im Sturm noch angefachte Feuer am brennen zu halten, sodass wir zumindest noch für die Nacht trockene Schlafsäcke haben, die wir abends in der Wärme des Feuers trocknen. Es klart auf, Grillwürstl am Spieß und was zu Erzählen. Ein wenig entfernt unseres Zeltplatzes finden wir Bärenabdrücke im Sand, haben aber keinen Kontakt.

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